Mustard Seed Faith

Wir gründeten uns im Sommer 2004, als Karsten Sievert eine kleine Schar Gospelbegeisterter um sich sammelte und den Anstoß gab. Gleich in der ersten Probe waren wir 23 Stimmen, und alle Stimmlagen waren ausgewogen vertreten. Ein gutes Zeichen!

Unser Repertoire besteht aus modernster US-amerikanischer Gospelmusik nach Noten, die wir direkt aus den USA beziehen. Dort hat Karsten auch die typische Arbeitsweise moderner Gospelchöre im Original kennengelernt.

Gospelmusik hat in den USA bis heute einen riesigen Einfluss auf die Popmusik, und umgekehrt. Das ist einfach nicht zu trennen. Und so spannen unsere Stücke stilistisch einen weiten Bogen, von traditionsbewussten Arrangements bis zu sehr modernen Rhythmen und Harmonien.

Die Gospelsongs, die wir singen, sprühen oft vor ausgelassener Freude. Andere Lieder sind nachdenklich und verinnerlicht, und machen Mut. Allen gemeinsam ist aber eine enorme Tiefe, und es ist unser ausdrückliches Ziel, diese Intensität auszuloten und für den Zuhörer erfahrbar zu machen.

Im angestrebten Chorklang und in der Arbeitsweise orientieren wir uns ganz an afro-amerikanischen Vorbildern, was u.a. bedeutet, dass wir in der Probenarbeit unser musikalisches Gedächtnis schulen und bewusst ohne Noten arbeiten (obwohl die meisten von uns Noten beherrschen).

Obwohl inzwischen auch afro-amerikanische Kirchenmusiker und Chorleiter exzellent ausgebildet sind, klassisch geschult und notenfest, arbeiten Gospelchöre in den USA bis heute völlig anders als europäische Chöre: Man singt nach Gehör und hört sich auch das Repertoire direkt von der CD ab. Im mehrstimmigen Chorsatz, wohlgemerkt, oft live in der Chorprobe.

So weit wollen wir nicht gehen, die Chorleitung besitzt Noten.

Der Chor hat allerdings nur Textblätter. Das führt zu einem gut trainierten Gehör und musikalischem Gedächtnis, und dazu, dass die Stimmung und Mentalität des Stückes von Anfang an erfasst wird. Außerdem sind viele Rhythmen leichter zu singen als vom Blatt zu lesen.

Die Erfahrung zeigt, dass wir mit dieser Arbeitsweise nicht langsamer lernen als vergleichbare Chöre die nach Noten singen. Dafür gewinnen wir von Anfang an eine große Freiheit im Ausdruck.

Einen großen Teil der Chorarbeit verbringen wir mit Stimmbildung, damit wir diese energiegeladene und oft sehr dynamische Musik, die eine Spannbreite von sehr intensiven, leisen bis hin zu lauten, kraftvollen Passagen umfasst, mit gesunder und kräftiger Stimme singen können.


Nachruf auf unseren geliebten Freund Kuno Horsch, verstorben am 27. Mai 2009


Großes Foto beim Draufklicken. (c) Thomas Janhsens


Letzte Änderung July 28, 2017 3:13 pm